Archiv für die Kategorie ‘Motto des Tages/Lavar an jydh’
Motto des Tages: Die Kärntner tragen ihre Unterhosen auf dem Kopf…
… Und darauf sind lauter kleine Hakenkreuze. Die geplante Errichtung eines Jörg-Haider-Marterls lässt leider keinen anderen Schluss zu.
Motto des Tages/Lavar an jydh: Man hat nicht soviel Hände…
…wie Watschen, die ausgeteilt gehörten.
Besonders – und schön regelmäßig immer wieder – bei der Lektüre österreichischer Tageszeitungsforen stellt sich diese Erkenntnis ein, lässt den metaphorischen Schuh drücken und die Kabel schwellen.
Motto des Tages: No na
Ein klassisches Element im rhetorischen Inventar typisch wienerischer Frechheit ist die schöne Interjektion “No na”, mit der sich rhetorische Fragen wunderbar patzig kontern lassen, die aber leider weitgehend aus dem alltäglichen Gebrauch geschwunden ist. Es wäre allerdings angebracht – meine ich zumindest – sie vor dem Vergessen zu bewahren. Friedrich Torberg gibt einige schöne Beispiele von Situationen, in denen der Kommunikation tatsächlich etwas fehlen würde, wenn es die Möglichkeit des “no na” nicht gäbe.
Musterbeispiel:
(Patient stöhnt schmerzerfüllt auf, während ihm ein Einlauf verabreicht wird)
Krankenschwester: Oh je, ist er vielleicht zu heiß?
Patient: No na, zu süß wird er sein.
Das “no na” erlaubt hier also dem geschundenen Individuum, die sie misshandelnde Person nicht mit einer leicht bedauernden rhetorischen Frage bzw. dem Ausdruck geheuchelter Verwunderung davonkommen zu lassen.
Aktuelles Beispiel für die Notwendigkeit des “no na”:
a: (kopfschüttelnd) Also so etwas, der dritte Nationalratspräsident hat die ihm zustehenden Büroposten mit Neonazis besetzt! Wie kann denn das sein?
b: No na, ein schlagender Burschenschafter wird sich seine Unterläufel bei SOS Mitmensch rekrutieren.
Wer so wie die beiden derzeit noch größten Parteien des Landes einen bekennenden Rassisten und Deutschnationalen ins Parlamentspräsidium wählt, dem steht die geheuchelte Entrüstung nicht gut an, wenn dieser sich so abstoßend verhält, wie es seiner bereits zuvor bekannten politischen Gesinnung eben entspricht. Ein archetypischer Fall einer “no na”-Situation also.
Motto des Tages: Der Menschheit gebricht’s am Hirn.
Was besonders bei der Lektüre österreichischer Zeitungsforen ins Auge sticht. Was (außer spießiger Langweiligkeit und jetzt dem Versuch, eine Werbelinie auf den Komplexen des Chefredakteurs aufzubauen) hat etwa das Nachfolgeblatt der altehrwürdigen Neuen Freien Presse eigentlich verbrochen, um zum Tummelplatz so vieler kampfpostender Kellernazis zu werden?
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